Wenn man im Freiburger Stadtgebiet tiefer gräbt, trifft man fast immer auf die Spuren des Oberrheingrabens – eine Mischung aus quartären Kiesen, verwittertem Grundgebirge und stellenweise sehr heterogenen Auffüllungen, die das Stadtbild seit dem Mittelalter geprägt haben. In unserer Erfahrung aus Projekten im Stühlinger und der Wiehre zeigt sich, dass die geotechnische Bemessung tiefer Baugruben hier nie nach Schema F ablaufen kann. Die Nähe zur Dreisam mit ihrem schwankenden Grundwasserspiegel und die seismische Aktivität der Region erfordern eine rechnerische Modellierung, die weit über einfache Erddruckansätze hinausgeht. Bevor die erste Spundwand gesetzt wird, kombinieren wir die Bemessung oft mit einem vorgeschalteten CPT-Versuch, um die Schichtgrenzen und die Lagerungsdichte in der Tiefe kontinuierlich zu erfassen. Das Ergebnis ist ein standsicherheitsnachweis, der die spezifischen Freiburger Untergrundverhältnisse präzise abbildet – kein generalisiertes Modell, sondern eine standortgerechte Lösung.
Die größte Herausforderung bei tiefen Baugruben in Freiburg ist nicht die Tiefe selbst, sondern die Vorhersage des Zusammenspiels von Auenkiesen und schwankendem Grundwasser.



