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Geotechnische Bemessung tiefer Baugruben in Freiburg – Erfahrung aus dem Dreisamtal

Technische Studien, die Ihr Projekt stützen.

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Wenn man im Freiburger Stadtgebiet tiefer gräbt, trifft man fast immer auf die Spuren des Oberrheingrabens – eine Mischung aus quartären Kiesen, verwittertem Grundgebirge und stellenweise sehr heterogenen Auffüllungen, die das Stadtbild seit dem Mittelalter geprägt haben. In unserer Erfahrung aus Projekten im Stühlinger und der Wiehre zeigt sich, dass die geotechnische Bemessung tiefer Baugruben hier nie nach Schema F ablaufen kann. Die Nähe zur Dreisam mit ihrem schwankenden Grundwasserspiegel und die seismische Aktivität der Region erfordern eine rechnerische Modellierung, die weit über einfache Erddruckansätze hinausgeht. Bevor die erste Spundwand gesetzt wird, kombinieren wir die Bemessung oft mit einem vorgeschalteten CPT-Versuch, um die Schichtgrenzen und die Lagerungsdichte in der Tiefe kontinuierlich zu erfassen. Das Ergebnis ist ein standsicherheitsnachweis, der die spezifischen Freiburger Untergrundverhältnisse präzise abbildet – kein generalisiertes Modell, sondern eine standortgerechte Lösung.

Die größte Herausforderung bei tiefen Baugruben in Freiburg ist nicht die Tiefe selbst, sondern die Vorhersage des Zusammenspiels von Auenkiesen und schwankendem Grundwasser.

Unsere Leistungsbereiche

Unser Ansatz

Das Klima in Freiburg mit seinen intensiven Niederschlagsphasen im Frühjahr und Herbst beeinflusst die Baugrubenbemessung direkt: Die Wassersättigung der anstehenden Kiese und Auenlehme kann innerhalb weniger Tage zu einer deutlichen Reduktion der effektiven Spannungen führen. Deshalb legen wir bei der geotechnischen Bemessung tiefer Baugruben besonderen Wert auf die realitätsnahe Abbildung der Porenwasserdruckverteilung in den numerischen Modellen. In der Praxis bedeutet das, dass wir die Baugrubenwände und Aussteifungen nicht nur für den Endzustand, sondern für mehrere kritische Bauphasen berechnen – vom ersten Aushub bis zum Wiederverfüllen. Ein oft unterschätzter Aspekt ist die lokale Geologie am Schönberg, wo ausstreichende Kalksteinschichten zu abrupten Wechseln der Bettungssteifigkeit führen. Für solche Konstellationen ergänzen wir die Berechnungen mit Injektionen zur vorauseilenden Baugrundverbesserung, damit die Verformungen im Bereich der Nachbarbebauung minimal bleiben.
Geotechnische Bemessung tiefer Baugruben in Freiburg – Erfahrung aus dem Dreisamtal
Technische Referenz — Freiburg

Standortspezifische Faktoren

Vergleicht man eine Baugrube im dicht bebauten Stadtteil Neuburg mit einer am Rand von St. Georgen, liegen Welten zwischen den geotechnischen Risiken. In der Neuburg mit ihrer historischen Bausubstanz und oft nur metertiefen Nachbargründungen wird die Verformungsprognose zur Königsklasse der geotechnischen Bemessung tiefer Baugruben – schon zwei Millimeter Setzungsdifferenz können an der benachbarten Altbausubstanz Risse erzeugen. Am Stadtrand hingegen, wo die quartären Kiese mächtiger und homogener anstehen, dominiert das Risiko eines hydraulischen Grundbruchs in der Bauphase. Wir haben erlebt, dass selbst erfahrene Baufirmen die Auftriebssicherheit bei plötzlichem Dreisamhochwasser unterschätzen. Unsere Bemessung deckt genau solche Extremszenarien ab, inklusive der seismischen Einwirkungen, die im Oberrheingraben mit einer Bemessungsbeschleunigung von bis zu 0,8 m/s² realistisch anzusetzen sind.

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Maßgebliche Normen

DIN EN 1997-1:2014-03 (Eurocode 7: Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik), DIN 1054:2021-04 (Baugrund – Sicherheitsnachweise im Erd- und Grundbau), DIN EN 1998-5:2010-12 (Eurocode 8: Auslegung von Bauwerken gegen Erdbeben – Gründungen, Stützbauwerke), DIN 4124:2012-01 (Baugruben und Gräben – Standsicherheitsberechnungen), EAU 2020 (Empfehlungen des Arbeitskreises Ufereinfassungen)

Typische Werte

ParameterTypischer Wert
BerechnungsnormDIN EN 1997-1 (Eurocode 7) mit DIN 1054:2021-04
BemessungssituationenBS-P (ständig), BS-T (vorübergehend), BS-A (außergewöhnlich), BS-E (Erdbeben)
NachweisverfahrenGEO-2 (Beobachtungsmethode) und GEO-3 (numerische Verfahren, FEM)
TeilsicherheitsbeiwerteGemäß DIN 1054, Tabellen A 2.1 bis A 2.3, Set GEOLIT
ErddruckansatzAktiver/erhöhter aktiver Erddruck, ggf. Erdruhedruck bei verformungsarmen Wänden
GrundwasserStationäre und instationäre Sickerströmungsberechnung, Nachweis gegen hydraulischen Grundbruch
ErdbebenlastAntwortspektren nach DIN EN 1998-5/NA, Baugrundklasse C oder D je nach Quartärprofil

Häufige Fragen

Welche Bodenkennwerte sind für die Bemessung einer tiefen Baugrube in Freiburg entscheidend?

Die maßgebenden Kennwerte sind die effektiven Scherparameter (Reibungswinkel φ' und Kohäsion c') der anstehenden quartären Kiese und Auenlehme sowie die Steifemoduln für die Verformungsberechnung. Diese werden aus Drucksondierungen (CPT) und Laborversuchen an ungestörten Proben abgeleitet. Im Freiburger Raum ist zudem der Durchlässigkeitsbeiwert kf für die Grundwasserhaltung von großer Bedeutung.

Muss eine tiefe Baugrube in Freiburg auf Erdbeben bemessen werden?

Ja, Freiburg liegt in der Erdbebenzone 2 nach DIN EN 1998-1/NA. Für tiefe Baugruben ist ein rechnerischer Nachweis gegen seismische Einwirkungen zu führen. Dabei wird die Zusatzbelastung aus Trägheitskräften im Boden und aus hydrodynamischen Wasserdrücken angesetzt. In der Praxis verwenden wir Antwortspektren, die die lokale Baugrundklasse (meist C oder D) berücksichtigen.

Was kostet eine geotechnische Bemessung für eine tiefe Baugrube?

Die Kosten hängen vom Umfang der erforderlichen Berechnungen und der Komplexität des Baugrunds ab. Für eine typische innerstädtische Baugrube mit zwei bis drei Berechnungsquerschnitten und Berücksichtigung der Nachbarbebauung liegen die Honorare zwischen 1.850 und 8.180 Euro. Eine verbindliche Kalkulation erstellen wir nach Durchsicht der Planunterlagen und des Baugrundgutachtens.

Welche Nachweise sind nach DIN 1054 für eine verankerte Baugrubenwand zu führen?

Für eine verankerte Wand müssen die Tragfähigkeit der Anker (Herausziehwiderstand), die innere Standsicherheit des Verankerungskörpers, die äußere Standsicherheit (Geländebruch, Böschungsstabilität) sowie der Nachweis gegen hydraulischen Grundbruch geführt werden. Hinzu kommt der Gebrauchstauglichkeitsnachweis, bei dem die rechnerischen Verformungen mit den zulässigen Werten für die angrenzende Bebauung verglichen werden.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Freiburg und seinem Großraum.

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