Wer in Freiburg baut, merkt schnell: Der Untergrund wechselt hier radikal, oft innerhalb weniger hundert Meter. Während man in der Wiehre auf tragfähigen Rheinschotter trifft, kämpft man im Westen der Stadt mit mächtigen Auenlehmen und in Hanglagen des Sternwalds mit rutschanfälligen Verwitterungsdecken. Diese kleinräumige Variabilität – geprägt durch die Dynamik des Oberrheingrabens – macht die Injektionsbemessung zu einer planerischen Herausforderung, die mit Standardlösungen nicht zu bewältigen ist. Wer die Injektion als reines Materialeinbringen versteht, riskiert hydraulische Grundbrüche oder unvollständige Dichtkörper. Eine belastbare Injektionsbemessung beginnt deshalb mit der Frage, wie der Porenraum oder das Kluftsystem tatsächlich auf das Injektionsgut reagiert – und nicht mit dem Pumpendruck. Ergänzend zur Untergrunderkundung setzen wir bei heterogenem Baugrund die Korngrößenanalyse ein, um die Injizierbarkeit nach DIN EN 12715 realistisch einzuschätzen.
Eine Injektionsbemessung ohne rheologische Prüfung des Injektionsguts am Originalkorn des Baugrunds ist in Freiburgs heterogenem Schotter eine Wette auf den Zufall.



