Der häufigste Fehler, den wir bei Projekten in der Freiburger Rheinebene sehen, ist nicht etwa eine falsche Berechnung, sondern die Annahme, der Kies sei schon in Ordnung so. Eine flüchtige Rammsondierung und dann loslegen – das rächt sich spätestens, wenn die Bodenplatte unter dem ersten schweren Regenguss arbeitet. Die quartären Schotter hier sind heterogen, mal lagig, mal mit feinkörnigen Linsen dazwischen. Eine seriöse Bemessung der Rütteldruckverdichtung schaut sich genau diese Wechsellagerungen an, bevor der Rüttler überhaupt an den Hänger gehängt wird. In Freiburg kommen dazu die strengen Anforderungen an Erschütterungsemissionen, gerade in Vierteln wie Herdern oder der Wiehre mit ihrer dichten Altbausubstanz. Wir kalkulieren die Verdichtungstiefe und den Rasterabstand so, dass das Tragverhalten homogen wird, ohne dass nebenan der Putz von der Decke rieselt. Wer das ignoriert, zahlt später doppelt – einmal für die mangelhafte Leistung und dann für die Sanierung. Unsere Erfahrung aus dutzenden Projekten entlang des Oberrheingrabens zeigt, dass der Aufwand für eine saubere Planung weniger als ein Prozent der Bausumme ausmacht, aber neunzig Prozent des Risikos eliminiert. Bevor die ersten Rüttelspuren im Plan stehen, kombinieren wir die Ergebnisse oft mit einem Korngrößenanalyse, um die Verdichtbarkeit wirklich zu verstehen.
Eine mangelhafte Verdichtung im Rheinkies sieht man nicht – bis die erste Setzungsfuge durchs Parkett läuft.



