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Aktive und passive Verankerungsbemessung in Freiburg: Methodik und regionale Anforderungen

Technische Studien, die Ihr Projekt stützen.

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Freiburg zählt mit seiner Lage am Westrand des Schwarzwalds und den quartären Lockergesteinen der Rheinebene geotechnisch zu den anspruchsvollsten Ballungsräumen Baden-Württembergs. Auf einer Höhe von 278 Metern über dem Meeresspiegel prägen mächtige Kies-Sand-Abfolgen, eingelagert in tertiäre Beckensedimente, den Untergrund – in Tallagen oft begleitet von hohen Grundwasserständen, die bereits ab zwei Metern Tiefe anstehen können. Diese hydrogeologische Konstellation stellt besondere Anforderungen an die aktive und passive Verankerungsbemessung, denn die Krafteinleitung in den Baugrund muss nicht nur die Lockergesteinsreibung, sondern auch die Porenwasserdruckverhältnisse zuverlässig abbilden. Unsere langjährige Projekterfahrung im Freiburger Stadtgebiet zeigt, dass eine sorgfältige Kombination aus Drucksondierungen und Laborversuchen die Basis für wirtschaftliche, dauerhafte Ankerlösungen bildet. Für die Baugrunderkundung setzen wir dabei häufig auf die Korngrößenanalyse, um die innere Reibung und damit die Mantelreibungswerte präzise zu bestimmen.

Im heterogenen Untergrund Freiburgs entscheidet die genaue Kenntnis der Grenzfläche zwischen Fels und Lockersediment über die Tragfähigkeit eines Verankerungssystems – eine reine Erfahrungstabelle reicht hier nicht aus.

Unsere Leistungsbereiche

Unser Ansatz

Die geologische Grenzlage zwischen kristallinem Grundgebirge und Lockersedimenten erzeugt in Freiburg einen Kontrast, den man so in kaum einer zweiten deutschen Großstadt findet. An den Hängen des Schlossbergs stehen verwitterte Gneise und Porphyre an, während Richtung Stühlinger und Haslach bereits nach wenigen Metern rollige Kiese dominieren – ein Wechsel, der innerhalb eines Baufelds völlig unterschiedliche Verankerungskonzepte erfordert. Die aktive/passive Verankerungsbemessung muss hier zwei grundverschiedene Versagensmechanismen abdecken: den Herausziehwiderstand im Lockergestein und die Kluftkörperverschiebung im Fels. In der Praxis bedeutet das, dass wir für jedes Ankerfeld die charakteristischen Bodenkennwerte schichtbezogen ermitteln und in numerische Modelle überführen. Besonders bei tiefen Baugruben im Stadtgebiet – etwa entlang der stark befahrenen B31 oder in der Nähe historischer Bausubstanz – ergänzen wir die statische Berechnung durch eine CPT-Sondierung, um den Spitzendruck und die lokale Mantelreibung lückenlos zu erfassen und die Verpressstrecken optimal zu positionieren.
Aktive und passive Verankerungsbemessung in Freiburg: Methodik und regionale Anforderungen
Technische Referenz — Freiburg

Standortspezifische Faktoren

Bei einem Mehrfamilienhausprojekt nahe der Güterbahnstraße in Freiburg-Haslach stand der Aushub in 7 Meter Tiefe an, gesichert durch eine rückverankerte Spundwand. Die ersten beiden Ankerlagen im Kies erreichten problemlos ihre Prüflast – die dritte Lage, in einer tonig-schluffigen Zwischenschicht angesetzt, zeigte dagegen ein ausgeprägtes Kriechverhalten mit Setzungsraten über 2 mm pro Laststufe. Das Problem war nicht die Dimensionierung selbst, sondern eine unerkannte, wenige Dezimeter mächtige Verwitterungslinse mit erhöhtem Feinkornanteil, die in der Vorerkundung nicht aufgelöst wurde. Solche Inhomogenitäten sind im Übergangsbereich Rheingraben–Schwarzwald typisch und lassen sich allein durch Bohrprofile nicht sicher abgrenzen. Die aktive/passive Verankerungsbemessung muss deshalb konservativ genug sein, um solche Streuungen aufzufangen, ohne das gesamte Verankerungskonzept unwirtschaftlich zu machen. Ein zusätzliches Sondierungsverfahren mit schwerer Rammsonde kann hier die entscheidende Schichtgrenze detektieren und hilft, die Verpressstrecken gezielt in tragfähigeren Horizonten zu platzieren.

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Maßgebliche Normen

DIN EN 1997-1:2004 (Eurocode 7) mit nationalem Anhang DIN EN 1997-1/NA:2010-12, DIN 1054:2010-12 – Baugrund – Sicherheitsnachweise im Erd- und Grundbau, DIN EN 1537:2013-08 – Ausführung von Arbeiten im Spezialtiefbau – Verpressanker, EAU 2020 (Empfehlungen des Arbeitsausschusses Ufereinfassungen) – Abschnitt Anker, DIN 4125:2014-08 – Verpressanker; Kurzzeitanker und Daueranker – Bemessung, Ausführung und Prüfung

Typische Werte

ParameterTypischer Wert
NachweisverfahrenEC7-1 (EN 1997-1:2004) i.V.m. DIN 1054:2010-12; Globaler Sicherheitsfaktor 1.4 für temporäre, 2.0 für Daueranker im Lockergestein
Typische Ankerlängen (Freiburg Beckensedimente)Aktiv: 12–25 m (Verpressstrecke 6–10 m); Passiv: 8–18 m (je nach Einbindetiefe und Wandreibungswinkel)
PrüflastniveauEignungsprüfung bei 1.5-facher Gebrauchslast; Abnahmeprüfung jedes Ankers nach DIN EN 1537:2013-08
Zulässige Mantelreibung (Kies, mitteldicht)200–350 kN/m² bei Zementsteinverpressung; Reduktion um 30% bei Grundwasser über Verpressstrecke
KorrosionsschutzstufeKlasse I (temporär) nach DIN EN 1537; Klasse II (permanent) mit doppeltem Korrosionsschutz und PE-HD Verrohrung
Grundwasserparameter für AuftriebssicherungBemessungswasserstand HGW 1945 plus 0.3 m Klimazuschlag; Durchlässigkeit kf 5×10⁻⁴ bis 1×10⁻² m/s in quartären Kiesen

Häufige Fragen

Wann wird in Freiburg eine aktive, wann eine passive Verankerung gewählt?

Aktive Anker werden vorgespannt und kommen zum Einsatz, wenn Verformungen der Verbauwand minimiert werden müssen – etwa bei angrenzender Bebauung in der Freiburger Altstadt oder entlang der Straßenbahnlinien. Passive Anker (Nägel) wirken erst bei Wandverschiebung und eignen sich für nachgiebigere Systeme an Hanglagen, wo geringe Deformationen tolerierbar sind. Die Entscheidung hängt vom zulässigen Verformungsniveau und der Steifigkeit des Baugrunds ab.

Mit welchen Kosten muss man für eine Verankerungsbemessung in Freiburg rechnen?

Die Ingenieurleistung für die Bemessung und Prüfbegleitung aktiver oder passiver Ankersysteme liegt in Freiburg typischerweise zwischen 960 und 3.400 Euro, abhängig vom Umfang der erforderlichen Standsicherheitsnachweise, der Anzahl der Ankerlagen und dem Aufwand für numerische Simulationen. Hinzu kommen die Baugrunderkundung und die Ankerprüfungen vor Ort.

Welche Bedeutung hat der Grundwasserstand für die Ankerdimensionierung in Freiburg?

Eine zentrale, da weite Teile des Freiburger Stadtgebiets im Einflussbereich des Oberrhein-Aquifers liegen. Der Auftrieb mindert die effektive Vertikalspannung und damit die Mantelreibung. Für Daueranker wird der höchste gemessene Grundwasserstand (HGW) mit einem Sicherheitszuschlag angesetzt. Zudem ist die Verpressung unter Wasser mit erhöhtem Zementgehalt und sorgfältiger Nachverpressung auszuführen, um Ausspülungen zu vermeiden.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Freiburg und seinem Großraum.

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