Freiburg zählt mit seiner Lage am Westrand des Schwarzwalds und den quartären Lockergesteinen der Rheinebene geotechnisch zu den anspruchsvollsten Ballungsräumen Baden-Württembergs. Auf einer Höhe von 278 Metern über dem Meeresspiegel prägen mächtige Kies-Sand-Abfolgen, eingelagert in tertiäre Beckensedimente, den Untergrund – in Tallagen oft begleitet von hohen Grundwasserständen, die bereits ab zwei Metern Tiefe anstehen können. Diese hydrogeologische Konstellation stellt besondere Anforderungen an die aktive und passive Verankerungsbemessung, denn die Krafteinleitung in den Baugrund muss nicht nur die Lockergesteinsreibung, sondern auch die Porenwasserdruckverhältnisse zuverlässig abbilden. Unsere langjährige Projekterfahrung im Freiburger Stadtgebiet zeigt, dass eine sorgfältige Kombination aus Drucksondierungen und Laborversuchen die Basis für wirtschaftliche, dauerhafte Ankerlösungen bildet. Für die Baugrunderkundung setzen wir dabei häufig auf die Korngrößenanalyse, um die innere Reibung und damit die Mantelreibungswerte präzise zu bestimmen.
Im heterogenen Untergrund Freiburgs entscheidet die genaue Kenntnis der Grenzfläche zwischen Fels und Lockersediment über die Tragfähigkeit eines Verankerungssystems – eine reine Erfahrungstabelle reicht hier nicht aus.



