Als wir kürzlich die Baugrube für eine Stadtbahntrasse in der Haslacher Straße untersuchten, wurde das Dilemma der Freiburger Untergrundverhältnisse besonders deutlich. Nach drei Metern quartärem Kies stießen wir auf eine Wechsellagerung aus plastischen Tonen und feinsandigen Schluffen, gesättigt durch den hohen Grundwasserstand des Oberrheingrabens. In solchen Formationen hilft eine klassische Standsicherheitsberechnung nach DIN 4085 nur bedingt weiter. Unsere Korngrößenanalyse zeigte einen Feinkornanteil von über 40 Prozent, was die Kohäsion drastisch reduziert und die Gefahr von Ortsbrustinstabilitäten erhöht. Gerade hier, wo die Stadt mit 230.000 Einwohnern kontinuierlich den schienengebundenen Nahverkehr ausbaut, müssen wir vor jedem Vortrieb die bodenmechanischen Versagensmechanismen präzise quantifizieren, bevor das erste Schneidrad anläuft.
In Freiburgs gesättigten Rheintalböden entscheidet die realitätsnahe Bestimmung der undränierten Scherfestigkeit über sichere Vortriebe und verformungsarme Nachbarbebauung.



