Ein Geophon-Spreader mit 24 Kanälen, aufgebaut in einer Linie von 46 Metern Länge. Ein schwerer Vorschlaghammer, der kontrolliert auf eine Stahlplatte schlägt. So startet eine MASW-Messung in Freiburg. Die Oberflächenwellen laufen durch den Untergrund, werden von jedem einzelnen Geophon registriert und in Echtzeit digitalisiert. Das Ergebnis ist kein einfacher Schichtaufbau, sondern eine vollständige Dispersionskurve, aus der wir das VS30-Profil ableiten. In Freiburgs heterogenem Untergrund aus Rheinschottern und tertiären Sedimenten ist diese Methode die einzige zerstörungsfreie Möglichkeit, die tatsächliche Scherwellengeschwindigkeit bis in 30 Meter Tiefe zu bestimmen. Gerade wenn auf engem Raum zwischen Altstadt und Dreisamufer gebaut wird, zählt jedes Dezibel weniger Lärm und jede Minute weniger Sperrung. Die seismische Refraktion liefert ergänzend ein P-Wellen-Modell, wenn die Baugeologie komplex wird.
Die VS30-Messung ist in Freiburg keine Formsache. Ein falscher Untergrundparameter kostet Sie mehr Bewehrung als die gesamte Messkampagne.



